anna grimm

Verlorene Seelen, die Straße nach Nirgendwo, im Auge des Sturms - Tabula Rasa: ein Roadtrip in die Hölle

Westernranch & Schreibcampen
Schreiben

Tag 1 und 2 in Thurners Schreibcamp

Was braucht man zum Überleben in einem Schreibcamp? Na klar – Ideen und Einsatz. Aber was sollte man außer den Texten noch mitbringen? Beim letzten Camp dachte ich, es wären Bücher. Romane und Schreibratgeber habe ich diesmal zuhause gelassen. Es findet sich einfach keine Zeit zum Lesen. Vollgestopft mit dem nötigen Feedback von Michael und einem guten Schub Motivation tippe ich ohne Ende. Das hat mich heute bereits ein ganzes Stück weiter gebracht.

Die Textbesprechung mit Michael hat mir gezeigt, wie ich den Einstieg in meine Geschichte besser aufbauen kann. Schreibratgeber sind wichtig, denn sie vermitteln ein Grundwissen und das meiste am Schreiben ist Handwerk, wie ich aus der Erfahrung mehrer Schreibkurse gelernt habe. Den größten Fortschritt bringen mir aber Textbesprechungen, Plotgespräche mit Kollegen und Korrekturen.

An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich im heutigen Text viel von dem Zeug, das ich klasse fand, gestrichen habe. Und das ist gut so. Damit bleibt der wertvolle Kern bestehen. Langatmige Beschreibungen und unnötige Details fallen raus.

Im Dezember möchte ich eine Horror Kurzgeschichte im eBook-Format herausbringen. Durch den heutigen Fortschritt und mit Michaels Hilfe ist dieses Ziel wieder in eine greifbare Nähe gerückt.

Im Camp, das auf einer Westernranch in der Nähe von Wiener Neustadt stattfindet, verbringe ich Zeit mit neuen und alten Bekannten. Unser Tagesablauf besteht aus intensiven Arbeitseinheiten und angehmen Stunden in der Runde. Haustiere inklusive. Gemeinsam werken wir in einem tollen und gemütlichen Ambiente (wie man auf dem Foto oben sieht) an unseren Texten und es freut mich zu sehen, dass wir eine wichtige Sache teilen: den Spaß an der Schreibe, die Liebe für Geschichten.

Mehr Informationen über den Phantastik und Science-Fiction Autor Michael Marcus Thurner und seine Schreibcamps gibt es auf mmthurner.wordpress.com

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    Autorin Autorin Horror, Fantasy, Phantastik

    Stadtkind, Bahn Nomadin, Autorin von Kurzgeschichten, Bloggerin

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    Leseschnipsel aus einem aktuellen Text

    Verborgen in einem Dunkelzauber beobachtete Yesenia die drei voraneilenden Wanderer. Der Vierte war ein Stück zurückgefallen. Von den singenden Dünen der Zeitenwüste hypnotisiert sprang er von der Lichtbahn. Er riss sich die Jacke aus schwarz, weiß und rot eingefärbtem Leder vom Leib und watete durch Zeitensand. Narr!

    Yesenia formte mit den Fingern der Linken ein Windzeichen und wirkte seine Magie, um den Menschen zu warnen. Zwecklos bei einem Unwissenden. Er nahm ihr Zeichen nicht einmal vage wahr. Schon drifteten die Nebelwirbel aus der fernen Dämmerung heran und umschlossen ihn. Die Gestalt des jungen Mannes verwirbelte mit den Krallenfingern aus weißen Schwaden. Sein überraschter Aufschrei durchdrang Yesenias Dunkelwolke erst, als er schon nicht mehr zu sehen war. Für immer im Nichts der Nebelfresser aufgegangen. Yesenia glaubte einen Hauch der Kälte dieses Nichts im Nacken zu verspüren und erschauderte mit einem Zittern. Konnte es einen endgültigeren, grausameren Tod geben?

    Die Aufmerksamkeit der Sucherin kehrte zu den drei verbliebenen Wanderern zurück. Eine junge Frau und der schmächtige aber hochgeschossene Junge - sie wirkten wie ein Geschwisterpaar. Hellhaarig und rosig erinnerten die beiden Erdenkinder an die umherziehenden Kommunen der Sassari auf Yesenias Heimatwelt. Den Dritten - in der Gestalt der Katze unterwegs - erkannte sie jedoch.

    Es war Isam - der Verbannte von Astari. So nannte man ihn in Yesenias Heimat. In anderen Welten verachtete man ihn als Dieb, Rächer, den Besiegten. Seit die Schule der Magy Isam verstoßen hatte, wanderte dieser mit dem Zeitenwind. Er hatte auf seinem Weg mehr Feinde als Freunde gesammelt. Es war ein Wunder, dass der Sand noch durch das Stundenglas seines Lebens rieselte. Seit Isam dem Herrn der Zeitenwinde im Kampf erlegen war, hatte man ihn im Kreis der Magy für tot gehalten.

    Yesenia lächelte, als sie dem schwarzen Kater nachsah. »Totgesagte leben länger, mein Freund. Hüte dich vor den Winden.«

    Mit Zeige- und Mittelfinger malte sie ein Symbol in die Luft. Isam hob den Kopf. Er spitzte die Ohren und lauschte dem Luftzug, den sie ihm mit dem Zeichen geschickt hatte. Seine Schnurrhaare erzitterten. Ein Fauchen entwich ihm. Geduckt schlich er weiter auf einen Kreuzungspunkt mehrer Lichtbahnen zu. Das Tor wirkte wirkte wie ein rotleuchtender Stern über den Dünen. Isam hatte die Botschaft vernommen. Aber die Warnung hielt ihn nicht von seinem Vorhaben ab.

    Warum waren diese Menschen bei ihm? Selbst die kleinsten Zeichen kannten sie offenbar nicht. Er hätte ebenso gut Analphabeten durch eine Bibliothek führen können.

    Der Kater machte einen Satz und fiel durch den Kreuzungspunkt hindurch. Sein Ziel kannte Yesinia bereits: Eine Weltenscherbe. Ihr abtrünniger Freund würde den Herrn der Zeitenwinde also erneut herausfordern, obwohl sich Unwissende in seiner Gesellschaft befanden.

    Yesenia seufzte traurig. Sie hatte es befürchtet. Mit jeder Rückkehr aus dem Verborgenen wurde Isam getriebener und rücksichtsloser. Nichts vermochte Isam je aufzuhalten.

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