anna grimm

Im Labyrinth der Welten öffnen sich die Türen

Schreiben

Suche magischen Gefährten

Suche magischen Gefährten für lange Reise, Vertrauensvorschuss optional

Was wären Fantasy Heldinnen ohne ihre magische Gefährten? Gemeinsam mit den Helden stehen sie im Auge des Sturms. Ebenso bedeutend für den Erfolg oder Misserfolg der Mission wie die Heldenfigur selbst. Mit ihnen fällt und steht die Geschichte. Spätestens seit ich die Abenteuer von R.A. Salvatore über den Dunkelelf Drizzt und seinen magischen Tiergefährten (eine Pantherkatze) verschlungen habe, weiß ich, wie weit der richtige Wegbegleiter meine Heldinnen mit seiner treuen Seele bringen kann. Natürlich könnte es in einer Grimmschen Welt auch anders laufen und die Heldin mag an ihrem Begleiter verzweifeln.

Wie auch immer. Damit ich die neue Heldin in jedem Fall mit dem passenden magischen Gefährten losschicke, kommt zuvor noch ein spezieller Fragebogen zum Einsatz. Den darf nur die Heldin selbst ausfüllen. Spielen wir das Auswahlverfahren kurz durch. Da ich die Antworten erst mal ungeschrieben lasse, spoilere ich auch keine Geschichte.

Los geht’s:

Welchen magischen Gefährten würdest du in deinem nächsten Abenteuer wählen?
Zur Auswahl stehen: menschlicher Sidekick, Tiergefährte oder Monster

Über welche Fähigkeiten sollte dein magischer Gefährte unbedingt verfügen?

Welchen Verrat oder welchen Fehler würdest du ihm gerade noch verzeihen?

Du hast gewählt. Super. Dann beantworte mir bitte noch schnell einige Fragen zu deinem Begleiter. Warum ist dein magischer Gefährte ausgerechnet an dich gebunden?

OK. Aber warum erledigt dein magischer Gefährte den Job nicht einfach auf eigene Faust, wenn er so toll ist und viel mehr drauf hat als du? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Danke für die Erleuchtung. Das gefällt mir, aber was kannst du deinem magischen Gefährten bieten, das er nur bei dir bekommt?

Welches dunkle Geheimnis deines magischen Gefährten würde dich eure Gemeinschaft überdenken lassen?

Nenn mir noch schnell all die Dinge, die du besonders an dir liebst.

Ja, es könnte sein, dass die eine oder andere Sache, seine Bereitschaft dir zu folgen auf die Probe stellen wird. Überrascht dich das?

Letzte Frage vor dem Bunde: Wie wichtig ist dein magischer Gefährte für dich? Klar würde er sich für dich und den Erfolg eurer Mission opfern. Gilt das umgekehrt auch?

Dann kannst du mir bestimmt auch mehr über seinen unbrechbaren Fluch erzählen. Du darfst dir etwas ausdenken.

Am Ende der Prozedur sollte die Heldin ihren Begleiter gewählt haben. Sie unterzeichnen nun beide die Vereinbarung zur Heldenreise. Im Gegensatz zum Fragebogen, beinhaltet die Vereinbarung nur einen einzigen Satz in Klarschrift. „Nichts dagegen.“ Hat meine Heldin einigermaßen weise entschieden, dann werden die Fähigkeiten ihres magischen Gefährten sämtliche Dranghandlungen, Hungerattacken und Meuchelversuche aufwiegen.

Ach ja und dann gab es in der Vereinbarung noch das Hingekritzelte: Nur der Tod beendet ihr Abenteuer. Alles andere würde sie einfach nur beim Kämpfen stören. Oder so.

    Autorin
    Autorin Autorin Horror, Fantasy, Phantastik

    Stadtkind, Bahn Nomadin, Autorin von Kurzgeschichten, Bloggerin

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    Leseprobe aus Tabula Rasa

    Das Telefon klingelte.

    Abwartend starrte Jake den Apparat an. Er schob die Kopfhörher zurecht.

    Das Telefon klingelte weiter.

    Er ließ die Füße vom Pult plumpsen und nahm den Anruf per Knopfdruck entgegen. Onkel Dewy?, sprach er in das kleine Stehmikrofon.

    Jemand atmete lang und geräuschvoll aus und ein. Eiswürfel klirrten in einem Glas. Flüssigkeit schlenkerte gurgelnd darin. Schlagartig erinnerte Jake sich, dass es eine Grußformel gab, an die er sich halten sollte. Wie ging der Spruch nochmal? Er konnte sich einfach nicht mehr daran erinnern. Es war wie weggeätzt.

    H-Hallo?, stammelte Jake.

    Am anderen Ende der Leitung erklang ein Lachen, das bald darauf in einem Hustenanfall erstickte.

    Jake überlegte aufzulegen. Tut mir leid, ich kann sie nicht verstehen.

    Jacob Hauser, richtig?

    Der unvermutete Bariton ließ Jake zusammenfahren. Vielleicht einer der Techniker im Radiosender. Oder gar der Boss?

    Ja, antwortete er hastig. Und setzte Sir hinzu.

    Der Baritonmann schüttelte die Eiswürfel in seinem Glas. Er beendete den Schluck mit einem Ahhh. Danach gewann sein Lach an Geschmeidigkeit. Alles nur Show? Was für ein Spinner!

    Jacob Hauser, es freut mich, dass wir uns sprechen.

    Hallo. Ich glaube, wir kennen uns nicht.

    Oh, wir lernen einander gerade kennen, Jacob, fuhr der Bariton fort. Ich möchte dich etwas fragen. Du begegnest einem Mann, der ein Rätsel ist. Ein unbeschriebenes Blatt. Von dem Moment an wird er jedoch zu einer Geschichte. Deine Geschichte. Wie soll die Sache für dich ausgehen?

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