anna grimm

Im Labyrinth der Welten öffnen sich die Türen

Selfpublishing

Selbstlektorat – Bin ich kritisch genug?

Beim heutigen Arbeitsfrühstück habe ich mir ein wenig Gedanken über das Lektorieren von eigenen Texten gemacht. Vor allem beschäftigt mich die Frage, ob ich für einen Lektoratsprozess überhaupt selbstkritisch genug sein kann. Hierzu Folgendes:

Das Lektorat – Es gehört für mich zur Kernphase der Buchentstehung und ich reihe es im Bearbeitungsprozess nach den Durchgängen mit Testlesern, einer Erst- und einer Zweitkorrektur. Damit bleibt es kein simples Korrekturarbeiten, sondern wird zu einem vollständigen Lektoratsprozess. Das Lektorat soll ein Maß an optimaler Lesbarkeit, Fehlerfreiheit und Textqualität sichern. Diesen Qualitätsanspruch erlebe ich nicht nur als Leserin, sondern auch bei jeder meiner Kurzgeschichten, die veröffentlicht werden soll.

Als kleine Selbstveröffentlicherin von Kurzgeschichten, die nie zu den Gutverdienern zählte, kann ich mir ein Lektorat natürlich nicht leisten. Ich möchte keineswegs über die Stundensätze von Lektoren jammern. Die sind ordentlich kalkuliert und absolut gerechtfertigt. Dass ich das Budget für eine Lektorin leider nicht aufstellen kann, ist mein Problem, nicht das der Branche. Und hier berichte ich, wie ich es bisher gelöst habe:

Ich lektoriere meine Texte nämlich selbst.

Da ich mir durchaus zutraue Fremdtexte kompetent zu lektorieren, greife ich auch die eigenen Texte auf diese Art an. Dazu muss ich vom Autorenmodus in den super-kritischen, analytischen Modus umschalten. Die Erfahrung durch das Korrekturlesen von Fremdtexten finde ich dabei hilfreich, denn ich weiß gleich, welche häufigen Fehler ich bei mir selbst zuerst suchen darf.

Die sogenannte Betriebsblindheit bei den eigenen Texten und die simple Tatsache, dass man als Autorin immer mehr Ungeschriebenes von der Geschichte weiß, als eine Leserin je erfahren wird, wird wohl jedes Selbstlektorat begleiten. Hier verlasse ich mich auf Testleserinnen, die mich bereits seit langer Zeit beim Schreiben begleiten und selbst Autorinnen sind. Somit erziele ich auch mit Eigenlektorat erfahrungsgemäß eine andere Qualität, als bei einem Text der gänzlich ohne Lektoratsdurchgang in die digitale Buchpresse geht.

Zum Schluß möchte ich einen Buchtipp weitergeben:

    Autorin
    Autorin Autorin Horror, Fantasy, Phantastik

    Stadtkind, Bahn Nomadin, Autorin von Kurzgeschichten, Bloggerin

    Instagram
    Die Antwort von Instagram enthielt ungültige Daten.

    Folge mir!

    Leseprobe aus Tabula Rasa

    Das Telefon klingelte.

    Abwartend starrte Jake den Apparat an. Er schob die Kopfhörher zurecht.

    Das Telefon klingelte weiter.

    Er ließ die Füße vom Pult plumpsen und nahm den Anruf per Knopfdruck entgegen. Onkel Dewy?, sprach er in das kleine Stehmikrofon.

    Jemand atmete lang und geräuschvoll aus und ein. Eiswürfel klirrten in einem Glas. Flüssigkeit schlenkerte gurgelnd darin. Schlagartig erinnerte Jake sich, dass es eine Grußformel gab, an die er sich halten sollte. Wie ging der Spruch nochmal? Er konnte sich einfach nicht mehr daran erinnern. Es war wie weggeätzt.

    H-Hallo?, stammelte Jake.

    Am anderen Ende der Leitung erklang ein Lachen, das bald darauf in einem Hustenanfall erstickte.

    Jake überlegte aufzulegen. Tut mir leid, ich kann sie nicht verstehen.

    Jacob Hauser, richtig?

    Der unvermutete Bariton ließ Jake zusammenfahren. Vielleicht einer der Techniker im Radiosender. Oder gar der Boss?

    Ja, antwortete er hastig. Und setzte Sir hinzu.

    Der Baritonmann schüttelte die Eiswürfel in seinem Glas. Er beendete den Schluck mit einem Ahhh. Danach gewann sein Lach an Geschmeidigkeit. Alles nur Show? Was für ein Spinner!

    Jacob Hauser, es freut mich, dass wir uns sprechen.

    Hallo. Ich glaube, wir kennen uns nicht.

    Oh, wir lernen einander gerade kennen, Jacob, fuhr der Bariton fort. Ich möchte dich etwas fragen. Du begegnest einem Mann, der ein Rätsel ist. Ein unbeschriebenes Blatt. Von dem Moment an wird er jedoch zu einer Geschichte. Deine Geschichte. Wie soll die Sache für dich ausgehen?

    Mehr über Cookies erfahren