anna grimm

Im Labyrinth der Welten öffnen sich die Türen

Echoraum

Herrin der Gleise

Einmal ein Tramp sein und auf den Zug aufspringen mit Ziel nach Irgendwo. Kennt ihr diesen Traum?

Dazu muss man sagen, dass ich ohnehin begeisterte Bahnfahrerin bin. Das liegt hauptsächlich darin, dass sich all meine Lieblingsbeschäftigungen wie Lesen, Schreiben, Karten spielen usw. beim Zugfahren erledigen lassen. Sicher, das Ding mit dem Bahnfahren läuft bei mir ohnehin. Ohne Auto bleibt mir ja gar nichts anderes übrig. Aber der besondere Reiz an der Idee ist das Ziel. Nämlich die Tatsache, dass es dann kein Ziel gibt. Oder besser gesagt, der Zufall bestimmt mein Ziel.

Hach, irgendwann. Irgendwo. Irgendwie werde ich genau das tun.

Die Geschichte dazu wird soeben geschrieben … Follow me.

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    Autorin Autorin Horror, Fantasy, Phantastik

    Stadtkind, Bahn Nomadin, Autorin von Kurzgeschichten, Bloggerin

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    Leseprobe aus Tabula Rasa

    Das Telefon klingelte.

    Abwartend starrte Jake den Apparat an. Er schob die Kopfhörher zurecht.

    Das Telefon klingelte weiter.

    Er ließ die Füße vom Pult plumpsen und nahm den Anruf per Knopfdruck entgegen. Onkel Dewy?, sprach er in das kleine Stehmikrofon.

    Jemand atmete lang und geräuschvoll aus und ein. Eiswürfel klirrten in einem Glas. Flüssigkeit schlenkerte gurgelnd darin. Schlagartig erinnerte Jake sich, dass es eine Grußformel gab, an die er sich halten sollte. Wie ging der Spruch nochmal? Er konnte sich einfach nicht mehr daran erinnern. Es war wie weggeätzt.

    H-Hallo?, stammelte Jake.

    Am anderen Ende der Leitung erklang ein Lachen, das bald darauf in einem Hustenanfall erstickte.

    Jake überlegte aufzulegen. Tut mir leid, ich kann sie nicht verstehen.

    Jacob Hauser, richtig?

    Der unvermutete Bariton ließ Jake zusammenfahren. Vielleicht einer der Techniker im Radiosender. Oder gar der Boss?

    Ja, antwortete er hastig. Und setzte Sir hinzu.

    Der Baritonmann schüttelte die Eiswürfel in seinem Glas. Er beendete den Schluck mit einem Ahhh. Danach gewann sein Lach an Geschmeidigkeit. Alles nur Show? Was für ein Spinner!

    Jacob Hauser, es freut mich, dass wir uns sprechen.

    Hallo. Ich glaube, wir kennen uns nicht.

    Oh, wir lernen einander gerade kennen, Jacob, fuhr der Bariton fort. Ich möchte dich etwas fragen. Du begegnest einem Mann, der ein Rätsel ist. Ein unbeschriebenes Blatt. Von dem Moment an wird er jedoch zu einer Geschichte. Deine Geschichte. Wie soll die Sache für dich ausgehen?

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