anna grimm

Im Labyrinth der Welten öffnen sich die Türen

Schreiben

Flash-Fiction – So fing es an

Wem das Story-Format „Flash-Fiction“ noch kein Begriff ist, den könnte die Beschreibung Superkurzgeschichte schon näher an den Kern der Sache heranbringen. Ganz brachial gesagt geht es bei dieser Art von Erzählung um Reduktion. Schmuckwerk wird weggeschlagen, übrig bleibt das Skelett, das die Geschichte ausmacht. Superkurz und superschnell lässt sich damit ein Schuss Horror unter die Haut jagen. Flash Fiction ballert und wird am besten in kleinen Dosen konsumiert. Auch in sechs Worten kann die Autorin eine böse kleine Geschichte mit Anfang, Charakteren, Tiefen und Twists und natürlich einem Ende erzählen.

So fing das bei mir nämlich mit dem Schreiben an. Flash-Fiction eignet sich perfekt für Prompt Challenges und Wettbewerbe mit sowohl fesselnden als auch kuriosen Ergebnissen. Während ich nun meine digitale Schublade aus alten Tagen durchkrame, amüsiere ich mich mit dem Gedanken, die alten Flash-Stories in eine deutsche Fassung zu übersetzen und noch ein wenig aufzupolieren. Das idealste Limit für Horror Mikro-Geschichten sind für mich 400 Wörter. Da die geplante Schandtat nun niedergeschrieben ist und das Material ja auch vorhanden ist, werde ich wohl in Bälde mehr darüber zu berichten wissen …

Aber inzwischen hätte ich gerne eure Meinung zu solcherlei Kurzformaten. Würdet ihr gerne eine Reihe von Flash-Fiction Veröffentlichungen lesen? Sollte eine solche Publikation eurer Meinung nach stückweise geliefert werden oder würdet ihr die Geschichten lieber gesammelt als ein eBook erhalten?

Wer dazu eine Meinung oder eine Anregung hat, ist eingeladen mir diese an @AnnaGrimm8 zu twittern. Am besten mit dem Hashtag #flashfiction versehen.

Über weitere Ideen, Anregungen, Feedback oder auch einfach nur ein Hallo von euch würde ich mich riesig freuen.

    Autorin
    Autorin Autorin Horror, Fantasy, Phantastik

    Stadtkind, Bahn Nomadin, Autorin von Kurzgeschichten, Bloggerin

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    Leseprobe aus Tabula Rasa

    Das Telefon klingelte.

    Abwartend starrte Jake den Apparat an. Er schob die Kopfhörher zurecht.

    Das Telefon klingelte weiter.

    Er ließ die Füße vom Pult plumpsen und nahm den Anruf per Knopfdruck entgegen. Onkel Dewy?, sprach er in das kleine Stehmikrofon.

    Jemand atmete lang und geräuschvoll aus und ein. Eiswürfel klirrten in einem Glas. Flüssigkeit schlenkerte gurgelnd darin. Schlagartig erinnerte Jake sich, dass es eine Grußformel gab, an die er sich halten sollte. Wie ging der Spruch nochmal? Er konnte sich einfach nicht mehr daran erinnern. Es war wie weggeätzt.

    H-Hallo?, stammelte Jake.

    Am anderen Ende der Leitung erklang ein Lachen, das bald darauf in einem Hustenanfall erstickte.

    Jake überlegte aufzulegen. Tut mir leid, ich kann sie nicht verstehen.

    Jacob Hauser, richtig?

    Der unvermutete Bariton ließ Jake zusammenfahren. Vielleicht einer der Techniker im Radiosender. Oder gar der Boss?

    Ja, antwortete er hastig. Und setzte Sir hinzu.

    Der Baritonmann schüttelte die Eiswürfel in seinem Glas. Er beendete den Schluck mit einem Ahhh. Danach gewann sein Lach an Geschmeidigkeit. Alles nur Show? Was für ein Spinner!

    Jacob Hauser, es freut mich, dass wir uns sprechen.

    Hallo. Ich glaube, wir kennen uns nicht.

    Oh, wir lernen einander gerade kennen, Jacob, fuhr der Bariton fort. Ich möchte dich etwas fragen. Du begegnest einem Mann, der ein Rätsel ist. Ein unbeschriebenes Blatt. Von dem Moment an wird er jedoch zu einer Geschichte. Deine Geschichte. Wie soll die Sache für dich ausgehen?

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